
Am vergangenen Donnerstag brachen 45 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassenstufe der Laacher-See-Realschule plus und FOS Mendig begleitet von Frau Kräber, Frau Reinartz und Frau Merten zu einer Studienfahrt in die französische Kleinstadt Verdun auf. Finanziell gefördert wurde die Fahrt vom Förderkreis der Realschule plus und FOS Mendig sowie der Stiftung „Für unsere Jugend“ der Kreisparkasse Mayen.
In der vom 21. Februar bis zum 19. Dezember 1916 dauernden Schlacht um die lothringische Stadt Verdun ließen während des Ersten Weltkriegs etwa 320.000 deutsche und französische Soldaten ihr Leben, über 380.000 weitere Soldaten beider Seiten wurden zum Teil schwer verwundet und verstümmelt. Verdun, einst Symbol der Sinnlosigkeit von Krieg, gilt heute als Ort der Versöhnung und des Friedens und mahnt die Besucher, sich vehement für den Erhalt des Friedens in Europa und der Welt einzusetzen.
Bereits auf der Hinfahrt konnte man am Landschaftsbild kurz vor Verdun bereits deutliche Spuren der vor mehr als 100 Jahren stattgefundenen Schlacht erkennen. So sind flächendeckend durch Granateinschläge entstandene Krater erkennbar, ragen Panzerköpfe und Beobachtungsglocken aus der Erde und erinnern Gedenktafeln am Straßenrand an vollkommen zerstörte und nie wieder aufgebaute Dörfer.
Nach Ankunft in Verdun erwartete der Fremdenführer Pierre Lenhard, der uns schon bei vergangenen Besuchen begleitet hatte, unsere Gruppe, um uns im Laufe des Tages an verschiedene Orte der Schlacht zu führen. Zunächst stand die Besichtigung des „Memorial de Verdun“ auf dem Programm. Dieses sehr modern und multimedial angelegte Museum vermittelt mit seinen Exponaten einen nachhaltigen Eindruck der Schlacht von Verdun. Die Jugendlichen zeigten sich insbesondere von den Virtual-Reality-Headsets, die die Veränderung der Landschaft um Verdun seit dem Beginn des Ersten Weltkriegs darstellen, den unter dem Glasboden ausgestellten Überresten der Schlacht wie Granathülsen, Stiefel, Stacheldrahtreste etc. sowie den vielen Zitaten aus Feldpostbriefen beeindruckt.
Nächster Anlaufpunkt war das Fort Douaumont, das mächtigste und damals stark umkämpfte Bauwerk des Befestigungsgürtels von Verdun. Bei der Führung durch die unterirdischen Gänge und Räume des Forts konnten die Schüler zumindest ansatzweise einen Eindruck von der Situation dort bekommen: Es war kalt, feucht und eng. Insbesondere der „Deutsche Friedhof“, eine nachträglich eingezogene Wand, hinter der 679 Tote liegen, die bei einer Explosion des Granatendepots am 8. Mai 1916 ums Leben gekommen waren, berührte viele Jugendliche durch die dort heute noch abgelegten Blumen und Karten. Ein an diesem Ort von einer Schülerin vorgelesener Bericht des Berliner Arztes Dr. Benno Hallauer, der am Tag der Explosion die Erste Hilfe koordinierte, tat sein Übriges.
Emotionaler Höhepunkt der Studienfahrt war sicherlich der Besuch des Beinhauses von Douaumont. An diesem Ort wird der Mensch selbst zum Denkmal, denn wie Monsieur Lenhard immer wieder betonte, läuft man hier permanent über Boden unter dem die Überreste von etwa 130.000 nicht identifizierbaren Toten liegen. Durch Fenster kann man von außen die gestapelten Knochen betrachten. Vor dem Beinhaus befindet sich ein riesiger Soldatenfriedhof mit über 15.000 weißen Kreuzen sowie knapp 600 gen Mekka ausgerichtete Stelen. Hier liegen identifizierte Gefallene der Schlacht begraben, ein roter Rosenstock vor jedem Grab steht symbolisch für das Blut, dass in der Schlacht vergossen wurde.
Zum Abschluss des Tages war sich die gesamte Gruppe einig, dass sich die Exkursion trotz des straffen Programms und der emotional nicht leicht zu verarbeitenden Eindrücke mehr als gelohnt hat. Den Ort der Schlacht erlebt zu haben macht das Grauen des Krieges zwar nicht nachvollziehbar, aber dennoch greifbarer als die ausschließliche Erarbeitung des Themas im Klassenraum.
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